Tarifrunde M+E 2026 Regionales Signal zur Tarifrunde 2026

Unsere Heidelberger IG Metaller*innen aus den Betrieben diskutieren und beschließen eine mögliche Forderung zur anlaufenden Tarifrunde

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8. September 2026 8. September 2026


Die IG Metall Heidelberg hat heute auf einer Funktionärskonferenz ihre regionale Position zur anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie erarbeitet. Betriebsräte, Schwerbehindertenvertretungen, Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie Vertrauensleute aus den tarifgebundenen Unternehmen diskutierten den Ablauf der Tarifrunde und berieten über eine mögliche Forderung. Wichtig: Es handelt sich um ein regionales Meinungsbild, nicht um die final beschlossene Forderung – die Entscheidung dazu fällt erst in der Großen Tarifkommission Baden-Württemberg.

 

Meinungsbild aus den Betrieben

Im Vorfeld hatte die IG Metall eine Befragung der Beschäftigten durchgeführt. Beschäftigte meldeten ihre persönliche Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage im eigenen Unternehmen zurück – und was ihnen bei einer Entgeltforderung wichtig ist: eher Umverteilung von Gewinnen oder Sicherung der Kaufkraft. Rund zwei Drittel bewerteten die Lage im Bereich von "geht so" bis schlecht beziehungsweise sehr schlecht, ein Bild, das sich mit den Eindrücken der anwesenden Funktionäre deckte. Einige wenige Betriebe berichten dagegen von einer guten bis sehr guten Situation.

 

Wirtschaftliche Rahmenbedingung und politische Gesamtlage

Vor der Forderungsdiskussion betrachtete die Konferenz die wirtschaftliche und geopolitische Gesamtlage sowie aktuelle Branchenkennzahlen. Dabei spielte auch die politische Situation eine Rolle: Aus Sicht der IG Metall bedeuten derzeit diskutierte Reformen einen massiven Angriff auf Sozialstaat und Sozialversicherung, während Arbeitgeberverbände unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus Mitbestimmungsrechte einschränken wollen – keine gute Ausgangslage für die Tarifrunde, zumal soziale Sicherheit den Beschäftigten ein großes Anliegen ist.

 

Die Forderung: 4,5 bis 5 % für zwölf Monate, mit Spielraum nach oben

Die Konferenz beschloss einstimmig eine Entgeltforderung zwischen 4,5 und 5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten als regionales Signal. Zusätzlich soll die Möglichkeit offenbleiben, nach oben zu differenzieren – wie genau das aussehen könnte, ist noch offen und wird sich auch danach richten, wie die Arbeitgeberseite reagiert. Grund für diesen Gedanken ist, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2025 vor allem vom privaten Konsum getragen wurde – mehr Kaufkraft stärkt also auch die Wirtschaft insgesamt.

 Erläuterung: Die Forderungshöhe setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: rund 2 Prozent Zielinflation der EZB zum Erhalt des Reallohns, rund 1 Prozent Trendproduktivität der Branche (der langjährige Zuwachs an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit in der Metall- und Elektroindustrie) und rund 1,5 bis 2 Prozent Umverteilungskomponente als realer Zuwachs für die Beschäftigten.

 

Wie geht es weiter?

Im zweiten Teil ging es um die Umsetzung vor Ort: Beteiligung der Belegschaft, mögliche Eskalationsstufen bis hin zu Streiks sowie altbewährte und neue Mobilisierungsformate, um die Durchsetzungsstärke in jedem Betrieb zu stärken. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober – ab der Nacht auf den 1. November sind Arbeitskampfmaßnahmen möglich. Das regionale Bild aus Heidelberg nehmen die Delegierten mit in die Große Tarifkommission Baden-Württemberg, die am 22. September die Forderung für den Tarifbezirk beschließt.

„Wir verhandeln in diesem Herbst nicht nur über Prozente, sondern in einer Zeit, in der Sozialstaat und Mitbestimmung von mehreren Seiten unter Druck stehen“

 sagt Heiko Maasfeller, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg.

 „Genau deshalb ist diese Tarifrunde kein Selbstläufer. Sie lebt von den Beschäftigten vor Ort – und die müssen jetzt zusammenstehen.“

Jetzt ist es wichtig, in den Betrieben ins Gespräch zu kommen: Sprecht mit euren Kolleginnen und Kollegen über die Tarifrunde – und sprecht sie auch auf eine Mitgliedschaft in der IG Metall an. Denn genau das macht Gewerkschaften stark: gut organisierte Belegschaften mit einem hohen Anteil an Mitgliedern.