Beschäftigte fordern Sicherheit und mehr Geld Warnstreiks bei Heidelberger Betrieben

In der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg haben am heutigen Mittwoch rund 1.900 Beschäftigte aus Betrieben in Heidelberg die Arbeit niedergelegt.

Warnstreik

4. November 2026 4. November 2026


In der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg haben am heutigen Mittwoch rund 1.900 Beschäftigte der Betriebe ABB Stotz-Kontakt, Arvos Ljungström, Borg Warner Transmission Systems, Kraftanlagen Heidelberg, Lisi Automotive Mecano, Rockwell Collins Deutschland, Safetec und TI Automotive Systems in Heidelberg die Arbeit niedergelegt. Mit einem Demonstrationszug durch den Heidelberger Pfaffengrund und weiteren Früh-Schluss-Aktionen in der Spätschicht läuteten die Beschäftigten in Heidelberg die Warnstreiks ein und machen Druck auf die Arbeitgeber, die bislang kein ausreichendes Angebot vorgelegt haben.

Hintergrund der Proteste ist das aus Sicht der IG Metall unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite. Nach zwei Verhandlungsrunden liegt weiterhin kein Vorschlag auf dem Tisch, der die Beschäftigten vor Preissteigerungen schützt oder ihnen Sicherheit für ihre Arbeitsplätze gibt.

Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine kleine Einmalzahlung vor, die zudem nicht in allen Betrieben ausgezahlt werden soll. Die Entgelttabellen sollen erst Mitte 2028 um 1,3 Prozent steigen. Gleichzeitig soll der Tarifvertrag 26 Monate laufen. Für die Beschäftigten würde dieses Angebot bedeuten, dass die Entgelte für 20 Monate unverändert bleiben.

Heiko Maßfeller, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg, erklärt dazu: „Wer die Beschäftigten 20 Monate warten lässt und dann 1,3 Prozent anbietet, gibt ihnen keine Sicherheit. Die Miete wartet nicht bis 2028, der Einkauf auch nicht. Das ist ein Angebot, das den Kaufkraftverlust weiterlaufen lässt. Hier in Heidelberg wissen die Kolleginnen und Kollegen, was auf dem Spiel steht.“

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Laufzeit für die rund 900.000 Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Zugleich verlangt sie verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung, etwa zu Investitionen und neuen Produkten.

 Maßfeller betont: „Die Industrie in Baden-Württemberg steht unter Druck. Aber die Beschäftigten dürfen nicht die Rechnung für unternehmerische Entscheidungen zahlen. Ob investiert wird, ob neue Produkte an die Standorte kommen oder Arbeitsplätze erhalten bleiben, liegt maßgeblich in der Verantwortung der Unternehmen. Wir sind bereit, den Wandel mitzugestalten, aber dafür braucht es eine Perspektive für die Beschäftigten.“

 Zum Schluss macht Maßfeller deutlich:

„Wir gehen mit gutem Grund in den Warnstreik. Die Arbeitgeber wissen, was die Beschäftigten wollen: Mehr Geld, sichere Arbeitsplätze und eine Zukunft für ihre Standorte. Jetzt sind sie am Zug.“