Austritt aus dem Arbeitgeberverband Tarifflucht bei Dieffenbacher

Nach mehr als 50 Jahren will Dieffenbacher in Eppingen die Tarifbindung verlassen.

2. Oktober 2026 2. Oktober 2026


Nach über 50 Jahren Tarifzugehörigkeit hat die Geschäftsführung der Firma Dieffenbacher in Eppingen den Austritt aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall zum 31. Oktober 2026 erklärt. Damit wendet sich das Unternehmen von den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie ab.

Für die Beschäftigten und die IG Metall ist klar: Gute und verlässliche Arbeitsbedingungen dürfen nicht zur Verhandlungsmasse werden. Gemeinsam kämpfen wir deshalb für den Erhalt der Tarifbindung bei Dieffenbacher.

„Die Entscheidung, aus dem Arbeitgeberverband auszutreten, ist respektlos gegenüber den Beschäftigten“, erklärt Heiko Maßfeller, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg. „In den vergangenen 25 Jahren waren die Beschäftigten immer wieder bereit, auf wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Sie haben Verantwortung übernommen und dabei sogar auf Entgeltbestandteile verzichtet. Dieses Entgegenkommen wird nun von der Geschäftsführung mit Füßen getreten.“

Was bedeutet der Austritt für die Beschäftigten?

Die Pläne der Geschäftsführung sehen einen Haustarifvertrag mit einer 40-Stunden-Woche und erfolgsabhängigen Sonderzahlungen vor. Dabei sollen diese Eckpunkte offenbar nicht ergebnisoffen verhandelt werden, sondern von vornherein als feststehendes Ergebnis gelten.

Gleichzeitig verweist die Geschäftsführung auf die zunehmende Konkurrenz aus China und stellt mögliche Verlagerungen in den Raum. Damit entsteht aus Sicht der IG Metall ein erheblicher Druck auf die Belegschaft: Die Beschäftigten sollen erneut verzichten und zugleich die unternehmerischen Risiken tragen.

Dieses Vorgehen ist unausgegoren und respektlos gegenüber denjenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ihren Beitrag zur Zukunft des Unternehmens geleistet haben. Mit dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband kann nicht die Erwartung verbunden sein, dass die IG Metall anschließend eine arbeitgeberseitige Wunschliste unterschreibt.

Verlässliche Lösungen statt einseitiger Vorgaben

Heiko Maßfeller dazu weiter: „Prinzipiell ist die IG Metall bereit, nach Abschluss der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie mit der Geschäftsleitung über die Zukunft des Unternehmens zu sprechen. Jedoch braucht es eine verlässliche Grundlage und die Bereitschaft, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Einseitige Vorgaben und Verlagerungsdrohungen helfen dabei nicht weiter.“

Mitglied werden und Ansprüche sichern

Die IG Metall Heidelberg steht gemeinsam mit ihren Mitgliedern und dem Betriebsrat bei Dieffenbacher für den Erhalt guter Arbeitsbedingungen. Wir kämpfen für die Tarifbindung und für eine sichere Zukunft der Beschäftigten.

Die Situation bei Dieffenbacher zeigt erneut: Tarifverträge fallen nicht vom Himmel. Sie werden von den Beschäftigten gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft erkämpft und verteidigt. Wer Mitglied der IG Metall ist, bekennt sich nicht nur zum Tarifvertrag, sondern sichert auch seine tariflichen Ansprüche ab.

Deshalb gilt gerade jetzt: Mitglied werden, Ansprüche sichern und gemeinsam für einen guten Tarifvertrag bei Dieffenbacher starkmachen.

Hier direkt Mitglied werden