Aus den Betrieben Interne Gehaltsrunde 2026 bei SAP

Mal wieder eine magere Gehaltrunde bei hervorragenden Zahlen.

Artikel Pressearbeit und -Mitteilungen

6. Februar 2026 6. Februar 2026


Walldorf 5.02.2026.

SAP hat diese Woche sehr gute Zahlen vorgelegt und den Gewinn erneut deutlich gesteigert. Bei der derzeit stattfindenden Gehaltsrunde werden völlig neue Regeln angewendet. SAP reagiert darauf, dass man bei Berufseinsteigern den Anschluss an die marktüblichen Gehälter zu verlieren droht, indem diese Gehälter 2026 überproportional angehoben werden. Die individuelle Gehaltserhöhung ist sowohl vom Karrierelevel als auch von der neu eingeführten Leistungsbewertung abhängig. Der Vorstand legt lediglich einen Basisprozentwert fest. Dieser Basisprozentwert wird von den meisten Beschäftigten überschritten, da diese ihre Ziele erfüllt oder übererfüllt haben. Auf Basis dieser Daten schätzen wir die durchschnittliche Gehaltserhöhung für Beschäftigte bei SAP auf den niedrigeren Karriereleveln auf etwa 4,0% und bei den höheren Karriereleveln auf etwa 2,5%. Die mittlere Erhöhung aller Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren der Referenzpunkt war, können wir nur grob mit 2,9% abschätzen. Damit wäre die Gehaltsrunde etwas besser als in den vergangenen Jahren, bleibt aber weiterhin hinter der Entwicklung von Inflation und Produktivitätszuwachs zurück.


„Immerhin wird nach unserer Einschätzung die Abkopplung vom Markt im mittleren Gehaltssegment gebremst. Die Kolleginnen und Kollegen in den höheren Karriereleveln, immerhin die Hälfte der Belegschaft, erhalten jedoch deutlich weniger.“, sagt Eberhard Schick, Betriebsratsvorsitzender der SAP SE, und fügt hinzu: „Hier werden Beschäftigtengruppen gegeneinander ausgespielt. Das ist nicht gut für das Arbeitsklima. Immerhin ist die Gehaltserhöhung im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nicht mehr maßgeblich von der Zusammensetzung der Teams abhängig. Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“.

„SAP hat seit Jahren insbesondere die Tätigkeiten mit mittlerer Berufserfahrung von 4-10 Jahren gravierend gegenüber dem Markt abgewertet und zahlt der eigenen Belegschaft in diesem Bereich mittlerweile deutlich unter Markt - im Gegensatz zu laufenden externen Einstellungen“, sagt Johannes Reich, Betriebsratsmitglied und Vertreter der IG Metall-Betriebsratsliste „Pro Mitbestimmung“ bei SAP.


„Aus unserer Sicht als Gewerkschaft ist das ein unzureichendes Ergebnis für die Beschäftigten bei SAP, vor allem mit Hinblick darauf, dass SAP im vergangenen Jahr über 10 Mrd. € Gewinn gemacht hat“ meint Julia Wegner, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall in Heidelberg und ergänzt: „Durch die diesjährige Gehaltsrunde werden die inflationsbedingten Verluste der vergangenen Jahre nicht ausgeglichen.“


SAP hat am 29.01. die Zahlen für die Jahresbilanz bekannt gegeben. Bei einem Umsatz von 36,8 Milliarden Euro hat SAP nach IFRS einen Gewinn von ca. 10 Milliarden Euro erwirtschaftet. SAP hat ebenfalls angekündigt, in den nächsten beiden Jahren 10 Milliarden Euro für Aktienrückkäufe aufzuwenden.

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