Heidelberg, 12.10.2026
Die angekündigte Verlagerung von Defense-Produkten vom Standort St. Leon-Rot nach Berlin sorgt bei den Beschäftigten der KS Gleitlager GmbH für erhebliche Sorgen und Unsicherheit. Bei einer vom Betriebsrat am heutigen Montag, 12. Oktober 2026, angebotenen Sprechstunde suchten zahlreiche Beschäftigte das Gespräch mit ihren Interessenvertretungen, um Antworten auf ihre Fragen und Sorgen zu erhalten.
Die Verunsicherung kommt in einer ohnehin angespannten Situation. Nach dem Verkauf der KS Gleitlager GmbH durch Rheinmetall an den Finanzinvestor Aequita beobachten die Beschäftigten die Entwicklung des Unternehmens mit großer Aufmerksamkeit. Die nun bekannt gewordenen Pläne, Defense-Produkte aus St. Leon-Rot abzuziehen und nach Berlin zu verlagern, verstärken die Befürchtungen über die langfristige Zukunftsperspektive des Standorts.
Aus Sicht von Betriebsrat und IG Metall steht die angekündigte Verlagerung im Widerspruch zu den Zusagen, die im Rahmen des Betriebsübergangs gemacht wurden. Im Überleitungstarifvertrag wurde vereinbart, bestehende Geschäftsbeziehungen aufrechtzuerhalten und damit eine wesentliche Grundlage für die wirtschaftliche Stabilität des Standorts zu sichern.
Der Betriebsratsvorsitzende Sven Schmidt kritisiert die aktuellen Entwicklungen deutlich:
„Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich, welche Perspektive der Standort noch hat, wenn wichtige Produkte und Kundenbeziehungen nach und nach entzogen werden. Die heutige Sprechstunde hat gezeigt, wie groß die Verunsicherung in der Belegschaft ist. Die Beschäftigten erwarten zu Recht Transparenz und verlässliche Aussagen über die Zukunft von St. Leon-Rot.“
Auch die IG Metall Heidelberg sieht erheblichen Klärungsbedarf. Für die Gewerkschaft steht fest, dass Vereinbarungen eingehalten und die Interessen der Beschäftigten ernst genommen werden müssen.
Thomas Bohlender, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg, erklärt:
„Wer den Beschäftigten beim Verkauf des Unternehmens Sicherheit und Perspektiven verspricht, muss sich auch an diesen Zusagen messen lassen. Wenn nun Geschäftsbeziehungen und Produktumfänge vom Standort abgezogen werden, entstehen berechtigte Fragen. Die Beschäftigten haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Strategie hinter diesen Entscheidungen steht und welche Folgen daraus für ihre Arbeitsplätze entstehen.“
Die IG Metall Heidelberg fordert die Unternehmensleitung auf, kurzfristig für Klarheit zu sorgen und die Auswirkungen der geplanten Verlagerung offen darzulegen. Insbesondere muss nachvollziehbar erläutert werden, wie die Verlagerung mit den getroffenen Vereinbarungen zum Erhalt bestehender Geschäftsbeziehungen vereinbar ist.
Thomas Bohlender ergänzt:
„Die Menschen in St. Leon-Rot haben in den vergangenen Jahren enorme Leistungen erbracht und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens mitgetragen. Statt neuer Unsicherheit braucht die Belegschaft jetzt Verlässlichkeit, Transparenz und ein klares Bekenntnis zum Standort.“
Betriebsrat und IG Metall werden die weitere Entwicklung eng begleiten und sich gemeinsam mit den Beschäftigten für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Know-how und Zukunftsperspektiven am Standort St. Leon-Rot einsetzen.