Auftakt der Woche für Demokratie und Toleranz Solidarität und der Blick auf Einsamkeit

Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Ricarda Steinmayr ist die Woche für Demokratie und Toleranz in Sinsheim gestartet. Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema Solidarität.

3. Februar 2026 3. Februar 2026


Mit einer gut besuchten Veranstaltung im Jugendhaus Sinsheim startete die diesjährige Woche für Demokratie und Toleranz – ein gemeinsames Projekt der Stadt Sinsheim, des DGB Heidelberg/Rhein‑Neckar, der IG Metall und vielen weiteren Partner*innen. Seit zehn Jahren schafft das Bündnis Räume für Austausch, Beteiligung und gelebte Demokratie. Das Motto 2026: „Was bedeutet Solidarität für dich?“

Zehn Jahre gelebte Demokratie

Die Woche für Demokratie und Toleranz steht seit 2016 für ein starkes Signal im Kraichgau: Menschen zusammenbringen, Vielfalt sichtbar machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Gewerkschaften bringen dabei ihre zentrale Erfahrung ein – denn Solidarität ist ihr Fundament. Sie bedeutet: füreinander einstehen, Konflikte aushalten, Gemeinsamkeiten finden und niemanden allein lassen.

Einsamkeit im Fokus: Vortrag von Prof. Dr. Ricarda Steinmayr

Zum Auftakt sprach Prof. Dr. Ricarda Steinmayr, Mitautorin der Bertelsmann‑Studie zu Einsamkeit in Baden‑Württemberg, über ein Thema, das alle Altersgruppen betrifft: Einsamkeit.

Sie zeigte auf, welche Faktoren das Risiko erhöhen – darunter Krankheit, Armut und Arbeitslosigkeit, Diskriminierungserfahrungen, Migrationshintergrund oder soziale Isolation. Einsamkeit sei nicht nur ein individuelles Gefühl, sondern habe gesellschaftliche Folgen: Neben gesundheitlichen Folgen können Menschen, die sich isoliert fühlen, auch anfälliger für Verschwörungserzählungen oder extreme politische Positionen werden.

Steinmayr betonte, dass der Umgang mit Einsamkeit vielfältige Maßnahmen brauche. Gesellschaftlich gehe es um Entstigmatisierung, mehr Begegnungsorte, bessere Teilhabe und den Abbau von Diskriminierung. Individuell können Betroffene soziale Kontakte reaktivieren, neue Netzwerke knüpfen und soziale Fähigkeiten stärken.

Plakatwettbewerb: Solidarität kreativ sichtbar gemacht

Im Rahmen des Programms wurden außerdem die Ergebnisse eines Plakatwettbewerbs zum Thema Solidarität präsentiert. Schülerinnen und Schüler aus der Region hatten beeindruckende Arbeiten eingereicht – vielfältig, kreativ und sehr unterschiedlich in der Herangehensweise. Die besten Beiträge wurden am Abend prämiert. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben.

Solidarität als Gegenmittel zur Spaltung

Einsamkeit und gesellschaftliche Spaltung hängen eng zusammen – und genau hier setzt das Motto der Woche an. Solidarität schafft Verbindung, stärkt demokratische Kultur und hilft, Isolation entgegenzuwirken. Ob im Betrieb, in der Nachbarschaft oder im Jugendhaus: Demokratie lebt vom Mitmachen und davon, dass Menschen einander zuhören.

Buntes Programm in der ganzen Woche

Workshops, Diskussionen, Kulturangebote und Projekte für Jugendliche und Erwachsene bieten viele Möglichkeiten, sich einzubringen, neue Perspektiven kennenzulernen und demokratische Haltung zu stärken. Das Bündnis lädt alle Interessierten ein, mitzuwirken und die Woche aktiv mitzugestalten.